Mittwoch, 18. Januar 2017

Mein Gott, geh ich gerne einkaufen ...

Meine Kollegin meinte erst heute, es wäre wohl eine Art self-fulfilling prophecy, daß ich beim Einkaufen immer wieder so ärgerliche Sachen erlebe. Also, daß ich ja schon drauf warten würde, daß wieder was nicht klappt. Aber das stimmt so nicht, ich geh ja sehr oft einkaufen da ich nicht, wie sie, einmal g'scheit und dann länger wieder nicht, in einen Laden gehe wo es alles gibt, sondern ich brauch dieses von hier, jenes von dort, wo immer es das Gewünschte halt eben gibt. Und meistens ist eh nix, außer die Drängelei an der Kassa halt fast überall, daß man gleichzeitig zahlen, Sachen wegräumen und Geldbeutel verstauen soll. Das stört und nervt mich immer wieder aufs Neue. Aber daß es grad noch ärger geht, das bekomme ich in letzter Zeit öfters zu spüren und es gefällt mir TOTAL NICHT.

Heute war der dm dran.
Häuslpapier war aus, mein Lavendelöl ebenfalls, und in der Gesichtscrème ist auch nur noch ein bissl was drin. Hab mir sogar einen Einkaufszettel gemacht, damit ich auf nix vergiß. 

Ab und zu bekomme ich nämlich so einen Brief mit kleinen Zetteln drin, da bekommt man fünffach-Punkte auf Einkäufe in bestimmten Läden, und wenn ich eh zum Alnatura oder zum dm gehe dann nehm ich diese Zettel gern einmal her, wenn es sich grad ergibt.

Ich bin also keineswegs mit der Erwartung eines furchtbaren Einkaufserlebnisses in den dm gefahren, im Gegenteil, ich war echt gut drauf, endlich mal wieder gut geschlafen, nun noch ein paar Sachen kaufen und dann Hurrah, Feierabend.

Die gute Laune verging mir allerdings keine zwei Minuten nach Betreten des Ladens. An der Kassa eine Frau mit Kinderwagen, drin ein zappelndes kleines Ungeheuer das diese hysterischen Laute ausstieß die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Kein Geschrei aus Schmerzen oder Gewimmer aus Unbehagen, nein, dieses hysterische, mühsam hervorgestoßene laute Gehechel wo man jeden Moment glaubt nun hyperventiliert es komplett und Ruhe. Aber nix. Gleich ein Regal weiter standen drei junge Mädels brettelbreit da, versperrten den Gang und lachten sich deppat über irgendeinen Unfug den jemand plärrend in einem Handy veranstaltete. Ja witzig. Umgeben von Wahnsinn und Kindergeschrei suchte ich meine Sachen zusammen, die sie mir natürlich schon wieder versteckt hatten.

Ist euch das auch schon aufgefallen? Sobald ihr genau wißt, was wo steht, kommt der Chef und sagt zu den Angestellten: So, nun räumen wir mal wieder alles schön um, damit sich keine alte Sau mehr auskennt, ihr eingeschlossen, hähä.

Und so geht die Sucherei von vorne los.
Die glauben doch nicht im Ernst, daß ich deswegen auch nur EIN Trumm mehr mitnehme als geplant? Aber grad erst recht nicht. Und mit dieser Soundkulisse schon zweimal nicht. Da schaut doch jeder, daß er wieder rauskommt aus dem Laden.

Ich hatte Glück, es war nur eine Frau vor mir an der Kassa, ich mein Zeug aus dem Wagen geräumt, alles auf das Band gepackt, und während die Kassafrau die Sachen der Reihe nach durchzog hab ich mich beeilt, alles einzupacken, gleichzeitig den Rucksack vom Rücken zu holen und nach meinem Geldbeutel zu fischen.

Dreißig Euro und 2 cent sagt sie, ich zieh die payback-Karte raus, suche nach dem 5-Fach-Punkte-Zettel, der so klein ist, daß ich ihn erst nicht finde und schon glaube, ihn verloren zu haben, sehe aber dann doch ein Eckchen aus dem Fach lugen, pule ihn hervor, gebe ihn der Frau mitsamt der Karte, zahle dreißig Euro in Scheinen und während ich noch nach dem fehlenden 2-Cent-Stück angele, ermahnt sich mich bereits: Noch zwei Cent! Ich so: JAAAAAAAAAAA, ich such sie ja schon!

Und wie ich ihr die zwei Cent gebe, sie so: Ach, ist das auch noch von Ihnen?
Hat sie doch glatt auf das Häuslpapier und die beiden Lavendelöl vergessen.
Ich so: Mann, da hab ich doch extra diesen Punktegutschein mitgenommen und nun ist die Hälfte nicht drauf!
Sie so: Ach, dann halt beim nächsten Mal, hihi.
DA FREUT DIE SICH NOCH!
Anstatt daß sie aufpaßt und alle Einkäufe über ihr Band zieht, läßt sie die Hälfte liegen und ich verliere bares Geld. Eigentlich könnte es mir ja egal sein wegen der paar Cent, aber ich hab mich dennoch tierisch geärgert. Erst hetzt sie mich, pfeift mich gleich an wegen zwei Cent wo ich die eh schon für sie am Suchen bin, und dann lacht sie nur blöd wenn ich enttäuscht bin, daß es nix war mit dem großen Punktesammeln.

Wieso mach ich den Scheiß eigentlich mit?
Rumms, jetzt ist das Teil in den Mistkübel geflogen!
Bussi baba Kundenkarte, ab jetzt nur mehr beim Merkur oder Billa, dort wird zumindest die Illusion kreiert, daß es sich lohnt, sie vorzuzeigen.



Samstag, 14. Januar 2017

Und wieder ein unglaubliches Einkaufserlebnis ...


So langsam kommen mir schon Zweifel: Hat meine Psychologin recht? Liegt es an mir und meiner Art, die Welt zu sehen, daß ich so garnicht darin zurechtkomme?

Es muß doch möglich sein, einen Laden zu betreten und dort etwas zu kaufen, ohne sich krumm und bucklig zu ärgern bis man daherkommt wie der Zwerg aus Schneeweißchen und Rosenrot.


Um meinen heutigen Grant verstehen zu können sollte man vielleicht wissen, daß man mir in meiner Jugend in Augsburg mal ein Verfahren wegen Ladendiebstahls angehängt hat, weil der Sigi wohl im Plus am Kö einen Flachmann gestohlen hat, was ich aber nicht mitbekommen habe obwohl ich danebenstand, und was auch ein Riesenschwachsinn von ihm war, denn ich hatte ja soeben meinen Lohn bekommen, er hätte ihn also einfach nur in den Wagen zu legen brauchen, aber nein, der Herr Reisinger ist ja so superschlau und obercool, der nimmt sich einfach was er braucht ohne zu bezahlen.

Wer dann das Theater an der Kassa hatte war ich, und obwohl ich alles, was ich mit mir führte, ordnungsgemäß bezahlt hatte, wurde die Polizei gerufen und ich mitsamt meinem inzwischen scheinheilig minus um die Ecke vernichtetem Flachmann wieder aufgetauchten Ehemann von der Polizei auf die Wache abtransportiert und angezeigt weil die Filialleiterin angeblich genau gesehen hatte, wie ich den Flachmann meinem Mann in die Hosentasche gesteckt hätte.
Hallo???
Das Verfahren wurde damals wegen Mangel an Beweisen eingestellt, also nicht einmal ein Freispruch.

Seither reagiere ich extrem allergisch wenn man mich in Läden meinen Rucksack aufmachen läßt oder auch nur andeutet, ich hätte möglicherweise etwas mitgehen lassen.


Nun heute also - ich trink ja nur mehr selten Alkohol weil es mir nix mehr bringt und nur das Hirn verstopft, aber nachdem ich heute im Schwimmbad war, dachte ich ein kleiner Piccolo wär jetzt recht, also zum MIRA gefahren und runter zum Rewe. Nun ist der Schrank mit dem Schampi abgeschlossen und man muß jemanden ansprechen der einem den aufschließt. Hab ich mir also den nächsten Mitarbeiter gesucht und ihn gefragt ob er mir den Schrank aufschließt. Antwort war ein unverständliches Gemurmel wobei der Mann weiterhin mit dem Rücken zu mir über seine Palette gebeugt blieb. Ich so: Wie bitte? Er so: Mumpfmumbl kommt. Ich so: Wer kommt bitte? Da hat er endlich geruht sich umzudrehen: Es kommt jemand ok!!! Und zeigte auf ein technisches Gerät in seiner Brusttasche, mit dem er wohl jemanden benachrichtigt hatte. Aha.

Kurz drauf kam tatsächlich ein weiterer junger Mann anmarschiert der aussah wie ein Rausschmeißer in einem Lokal, und sperrte den Schrank auf. Wer aber nun glaubt, der Junge hätte mir das Gewünschte gereicht, der hat sich getäuscht. Er nahm den Piccolo raus und murmelte was von 'mumpfblumpf Kasse'. Ich marschierte neben ihm her und empörte mich über das gezeigte Mißtrauen. 'Als ob ich etwas klauen wolle!' Er so: mumpf viele tun das hrumblgrampf.
Ich so: Ja aber ich muß doch noch den Holundersaft suchen! Er meinte, ausnahmsweise verständlich, er würde den Piccolo an Kasse 6 hinterlegen.
Ja wie kommt man sich denn da vor?

Den Holundersaft mußte ich dann auch noch ewig suchen weil der nicht bei den Getränken stand sondern in einem kleinen Extra-Regal in dem sich auch etwas hochwertigere Nudeln etc. befanden.
An der Kassa mußte ich grimmig hinnehmen, daß jemand mit einem randvollen Wagen sich direkt vor mich drängte, ich konnte ja nicht woanders bezahlen da der Rausschmeißer meinen Piccolo genau dort deponiert hatte.

Nach dem Bezahlvorgang das übliche Szenario: Man bekommt das Rückgeld in die Hand gedrückt und wehe man löst sich nicht SOFORT in Wohlgefallen auf, dann werden die Dinge die man soeben teuer erstanden hat, mißmutig zur Seite gefegt bzw. zerdrückt, weil man ja sowas von im Wege ist und der nächste Kunde jetzt König ist.
Also SO geht Einkaufsvergnügen bei Rewe? Mit mir nicht mehr. 

Nicht genug, daß ich mich mit dem Lieferservice mehrmals schwarzärgern durfte weil die entweder zu spät oder garnicht kamen bzw. die Hälfte der bestellten Ware nicht dabei hatten, nun werden offenbar auch in den Filialen nur mehr maulfaule Mitarbeiter angestellt die die Zähne nicht auseinanderbekommen, von Höflichkeit ganz zu schweigen.
So möchte ich als zahlender Kunde nicht behandelt werden, werde also dort SICHER nie mehr einkaufen. Von der g'schissenen Musik ganz zu schweigen, mit der man auf Schritt und Tritt malträtiert wird.

Leute, da ist mal gehöriges Umdenken angesagt. Wer möchte, daß die Menschen ihr Geld gerne und in Mengen ausgeben, muß ihnen auch entsprechendes Ambiente bieten. Finde ich - und davon laß ich mich auch von mieselsüchtigen Psychologinnen nicht abbringen!


Donnerstag, 5. Januar 2017

Jetzt ist es mir schon wieder passiert

Bin grad sehr traurig und nachdenklich. Vorhin war ich stinkewütend, aber das ist nun verflogen.
War im Kartenbüro von der Lach&Schieß um mir die Eintrittskarte für Gunkl im März zu holen, und weil es doch morgen so kalt werden soll hab ich mir gedacht kaufst noch ein bissl was ein, dann mußte nicht raus.
Gesagt getan, also in den Denns und eingekauft.

Hinterher stelle ich mich an der Gebäcktheke an weil mich etwas angelockt hat, das wollte ich mir eigentlich zum Abendbrot kaufen. Ich warte also bis die Frau kommt, sie schaut mich an, sagt Hallo, ich mach grad den Mund auf um ihr zu sagen was ich gerne hätte, da wendet sie sich ab und bedient die Frau neben mir die gerade in dem Moment erst hergelaufen war.

WARUM??????????????

Und das ist beileibe nicht das erste Mal, das mir das passiert.
Aber so krass war es noch nie, also daß ich begrüßt, angeschaut und dann stehengelassen werde.

Bisher hat man mich schlicht und einfach übersehen oder der neben mir war einfach schneller und/oder frecher, oder genau wenn ich dran gewesen wäre kommt jemand von der anderen Seite und quatscht einfach los, so Sachen.

Natürlich hätte ich sagen können: Hey, warte mal, was soll der Scheiß, ich war zuerst da also warum soll jetzt sie vor mir drankommen?
Ist mir aber irgendwie zu kindisch.

Klar, wutschnaubend wegrennen und im Kopf bereits eine böse Rezension auf Yelp zu verfassen ist nicht minder kindisch, aber ich bin dann einfach so beleidigt gewesen. Das kam bei mir so an wie: Die andere Person ist jetzt wichtiger als du, du kannst warten.

Das hat die Verkäuferin sicher nicht gedacht, ist mir klar, aber was HAT sie gedacht?
Und warum reagiere ich jedes Mal dermaßen über?
Weil es einfach zu oft passiert als daß es ein Zufall sein könnte?
Weil ich eh schon Minderwertigkeitskomplexe habe und die in solchen Situationen hochkommen?

Was wollen mir die Götter damit sagen?
Daß ich mich in Geduld und Demut üben soll weil es schließlich wurscht ist ob ich 5 Minuten früher oder später drankomme?
Daß Frechheit siegt?
Daß der Denns an der Münchner Freiheit einfach Scheiße ist und eh voller plärrender Kinder also muß man da auch nicht mehr reingehen?
Daß die Bäckereiverkäuferinnen einfach total überfordert sind?
Daß ich einfach nicht ausschau wie jemand der was kaufen will?
Daß das Brot sicher total ungesund gewesen wäre und es daher besser ist, ich hab's nicht gekauft sondern bin mit meinen Reiswaffeln zufrieden?

Ich werde es nie erfahren.





Samstag, 31. Dezember 2016

Eigentlich find ich Verbote ja blöd

Gerade in Bayern ist es mittlerweile so, daß man sich nicht über die steigende Anzahl von Angststörungen wundern muß, sogar als gesunder Mensch fühlt man sich auf Schritt und Tritt verfolgt, beobachtet und kontrolliert.

Andererseits: Wenn man die Menschen machen läßt wie sie meinen, dann bricht sofort das Chaos aus.

Heute ist der 31. Dezember, mir graut jetzt schon vor dem Abend. Da wird wieder umeinandergeböllert was der Keller hergibt. Und das dürfte einiges sein, wenn man den Leuten so zusieht wie sie die einschlägigen Discounter ausräumen.

Auf der einen Seite keine müde Mark in der Tasche, für jeden Mist beim Amt die Hand aufhalten, aber an Silvester die Läden stürmen und um Hunderte von Euro billigen Dreck aus China kaufen der ihnen gleich mal drei Finger abreißt damit sie das neue Jahr stilgerecht mit einem Stinkefinger begrüßen können.

Jetzt beschränken sich die Wahnsinnigen ja nicht darauf, das Zeug zwischen 24 und 2 Uhr abzufeuern, wie es eigentlich ursprünglich gedacht war. Nein, da muß man gleich am ersten Verkaufstag anfangen zu zündeln. Da freut sich der Ev und die armen Tiere sitzen mit eingeknickten Ohren im Gebüsch.

In meiner früheren Wohnung hatte ich ein paar Fenster nach vorn raus und mußte mir in jeder Silvesternacht Sorgen machen, daß sie mir nicht die Scheiben zerschießen, so knapp sind die Teile am Haus entlang nach oben gesaust wenn das Trottelvolk vor dem Eingang stand und rumballerte. Der Hausmeister dort hatte nur mehr ein Auge, der war wohl mal um Mitternacht mit draußen gewesen ...

Meiner Meinung nach gehört dieses saudumme Geknalle sowas von verboten. Ich finde es einfach unverantwortlich, wenn man jedem Tom, Dick und Harry dieses G'lump in die Hand gibt und sie damit umeinanderschießen laßt wie es ihnen beliebt. Wer wirklich böse Geister vertreiben will, der kann sie mit so einem Getöse und Gestinke nicht beeindrucken, im Gegenteil, da freuen die sich noch und machen kräftig mit!

Die Psychologin bei der ich letztlich ein paarmal gewesen bin würde nun sagen, mich stört der Krach nur, weil da Leute Spaß haben und ich gehöre nicht dazu.
Hat sie allen Ernstes behauptet als ich erzählt hab, wie mich der Lärm im Urlaub immer am Nerv geht, vor allem wenn er über mir stattfindet.
Das läßt sicher gewisse Rückschlüsse auf IHR Leben zu, aber was mich betrifft, ich brauche keinen Krach um Spaß zu haben.

Vor einigen Jahren sind Bekannte von mir an Silvester im Fraunhofer aufgetreten, um Mitternacht haben wir rätselhafte Figuren aus Blei gegossen und sind dann raus, um das Feuerwerk anzuschauen. Die Luft war gelb von Schwefeldämpfen, es war ein Geknalle und Gekrache, es fühlte sich an wie im Krieg, Fredi fand es auch nicht witzig und wir haben geschaut, daß wir wieder reinkommen.  Einmal und nie wieder, sowas braucht ECHT keiner.

Mittlerweile gibt es ja durchaus auch in Deutschland bereits Orte, wo zumindest in der Innenstadt kein Feuerwerk abgebrannt werden darf. Leider sind das durchweg sehr KLEINE Innenstädte, so daß man den Lärm von außendrum sehr wohl mitbekommt, und die Orte sind auch alle sehr weit weg. Noch. Also, daß die Orte näher kommen brauch ich ja nicht zu hoffen, aber daß sich diese Welle dann doch einmal bis zu uns nach Bayern erstreckt, das würde ich mir doch sehr wünschen. Wenn schon nicht wegen mir, dann doch wegen der armen Tiere, denen man nicht einmal erklären kann, daß halt grad wieder mal Silvester ist und daß sie da jetzt durch müssen weil die Proleten meinen sie müssen ihren Spaß haben.

Meine einzige Hoffnung für heute ist, daß es doch recht eisig ist draußen, die Leute sich daher so kurz wie möglich draußen aufhalten möchten, und die Lärmbelästigung sowie die Spätfolgen sich somit in Grenzen halten werden.








Donnerstag, 29. Dezember 2016

Nicht schubsen, ich hab Joghurt in der Tasche

Vorgestern hab ich an der Kassa vor mir eine Frau stehen sehen, die ein weißes Umhängesackerl über der Schulter hatte auf dem geschrieben stand: Nicht schubsen, ich hab Joghurt in der Tasche.
Mußte ich erstmal lachen.

Später jedoch hab ich drüber nachgedacht und fand es dann irgendwie nicht mehr witzig. Warum muß man den Joghurt vorschieben, wenn man einfach nicht geschubst werden möchte?
Warum ist es nicht selbstverständlich, die Leute nicht zu schubsen?

Als Frau und als älterer Mensch, der sich nicht wehren kann bzw. nicht mehr so sicher auf den Beinen ist, da darf man also, falls man grad keinen Joghurt dabei hat, ungestraft in der Gegend umeinandergeschubst werden wie es den jungen Leuten in den Kram paßt?

Das erklärt einiges.

Ist einer von euch schon einmal am Sendlinger Tor umgestiegen?
Ganz schlecht ohne Joghurt.

Da wird geschubst und gedrängelt, ihr machts euch kein Bild.
Man möchte glauben, die Bahn, die da unten einfährt, ist die letzte für die nächsten fünf Stunden.

Besonders gern hab ich die Narren, die meinen sie können einen kurz vor der Rolltreppe noch überholen damit sie einen Meter weiter vorn sind. Denen brülle ich dann gerne ins Genick was der Scheiß soll, wir hätten schließlich denselben Weg!

Erst neulich ist ein alter Mann von einem Burschen so geschubst worden, daß er hingefallen ist und sich verletzt hat. Das hat dem Burschen dann zwar leid getan aber hinterher sind wir alle schlauer.

Warum ist das so? Wieso können die Leute nicht mal einen Gang runterschalten und sich wenigstens soweit entspannen, daß sie halbwegs normal ein-, aus- und umsteigen können?
Warum muß man erwachsene Menschen immer wieder per Lautsprecher ermahnen, erst einmal die anderen aussteigen zu lassen, bevor sie die Bahn stürmen?
Wie sollen die Kinder rücksichtsvolles Benehmen im öffentlichen Raum lernen, wenn sie solche Vorbilder haben?

Ich mein ok, ich tu mir leicht, ich hab es normalerweise nicht eilig, im Büro haben wir Gleitzeit und abends wartet auf mich daheim keiner, ich kann auch mal eine Bahn auslassen wenn die mir zu voll ist, ich muß mich da nicht reindrängeln als ob eine Cobra-Mannschaft hinter mir her wäre.

Aber auch für normale Menschen sollte es doch wenig Unterschied machen, ob sie ein paar Minuten früher oder später irgendwohin kommen. Und grad die jungen Rotzbengel und die kleinen dicken Frauen mit Kopftuch die es immer besonders eilig haben, das sind sicher nicht die Menschen die rasch zur Kita müssen weil die gleich zumacht oder die jetzt dann echt einen voll dringenden Termin haben. Außer vielleicht beim Bewährungshelfer weil sie bereits ein paar Leute ohne Joghurt etwas zu arg geschubst haben.

Was ist das für eine Gesellschaft, in der die Menschen nur noch an sich denken und absolut kein Gespür für Anstand mehr haben? Muß man denn an jedem Eck Wachposten und Schilder aufstellen für Dinge, die an sich selbstverständlich sein sollten???






Mittwoch, 7. Dezember 2016

Es schauen DOCH nicht ALLE weg!

Heute abend so gegen halb 5 bin ich vom Stachus in Richtung Bahnhof gegangen, ich hatte eine Fortbildung besucht bei der viel Quatsch gemacht und rumgehüpft worden war, auf der Straße waren auch viele Leute unterwegs, von daher fiel es mir nicht sofort als ungewöhnlich auf, daß da ein junger Mann vornübergebeugt mitten am Trottoir stand. Dachte erst er hat halt was fallen lassen und hebt das wieder auf.
Nach ein paar Schritten drehte ich mich um, da stand der immer noch so komisch da.
Neben mir war eine Frau ebenfalls stehengeblieben, wir sahen uns ratlos an, fragten uns, ob wir da eingreifen sollten, fanden daß ja, wir sollten, und gingen wieder zurück zu dem jungen Mann.

'Entschuldigung, kann ich Ihnen helfen?' fragte ich - keine Antwort. Der hatte wohl Crystal Meth genommen oder sowas und war total weg.

Die Frau hatte ebenfalls kein Handy, also versuchte ich zunächst, Vorbeieilende anzusprechen, ob wer ein Handy hätte und kurz anrufen ... aber die sind direkt alle weitergelaufen ... also sind wir in die nur wenige Schritte weiter befindliche Kneipe gegangen und haben die Leute dort gefragt, ob wer die Rettung anrufen könne.

Ein junges Mädel hat das auch sofort bereitwillig getan, ging auch mit uns raus, aber während sie noch der Zentrale den Standort beschrieb, sahen wir bereits ein Notarztwagen angefahren kommen, jemand hatte offenbar vorher schon angerufen.

Die Notarztmänner konnten den Patienten, obwohl sie zu zweit waren, nur mit Mühe bewegen, der war total steif und hing in ihren Armen wie tot.

Ich hab mir das Drama dann nicht weiter ansehen wollen, ich fand das so krass wie jemand dermaßen auf was drauf sein kann, daß er vornübergebeugt mitten am Weg steht und dennoch total weg ist. Früher hat es sowas nicht gegeben.

Jedenfalls hat es mich sehr gefreut, daß entgegen des von den Medien in letzter Zeit erweckten Eindrucks, die Leute würden einander nicht mehr helfen wollen, hier dann doch viele Menschen sofort bereit waren, hinzuschauen und Hilfe zu leisten. 
Was lernen wir daraus? 
Erstens: Drogen sind Scheiße, zweitens: Die Medien lügen sobald sie den Setzkasten aufmachen!


Mittwoch, 30. November 2016

Eine Generation mogelt sich durch


Heute morgen bekomme ich ein Mail von einer Freundin, die im Kunsthistorischen ehrenamtlich tätig ist.

Sie erzählt, sie wäre mit einem Gast in die ägyptische Ausstellung gegangen und wollte ihn bei der Führung abgeben. Kommt der doch auf der Stelle wieder und schleift sie zurück zu den Ägyptern, um dort anklagend auf die offenbar mannigfaltig vorhandenen Rechtschreibfehler auf den Taferln vor den Exponaten zu deuten.

Er sei Professor für Deutsch, meinte er, und ihm falle sowas daher besonders schmerzlich auf.

Was ist denn das für ein Museum bitte?
Ich dachte in Museen arbeiten lauter gescheite Leute die ihr Leben lang forschen, studieren und sortieren, und die suchen dann auch aus was ausgestellt wird und schreiben das vorndrauf.

Hah. Nun weiß ich, warum die meisten Museen mittlerweile keine Schildchen mehr dranstehen haben sondern nur so App-Deppen-Zeug. Damit man die Fehler nicht sieht. Den Trotteln mit ihren Handys fallen die nicht auf, und am Audio-Guide hört man sie nicht. Eine Generation von Legasthenikern mogelt sich durch.
Phantastisch ...