Sonntag, 30. April 2017

Jaja, die berühmte 'Sicherheit'

Gerade lese ich, daß die Türkei ihren Leuten den Zugang zu Wikipedia blockiert hat. Auch hätte man in der Vergangenheit bereits andere Online-Dienste wie z. B. You Tube oder Whats App gesperrt. Der Ministerpräsident habe gesagt, so lese ich, das wäre aus Sicherheitsgründen ab und zu notwendig.
Aha.

Wenn man das jetzt bei uns so hört, dann denkt doch bestimmt jeder: Waaah, Diktatur, böse!

Andererseits, wenn man mich, nur weil ich handylos bin, nicht mehr bei der Packstation mitmachen läßt, mir mit derselben Argumentation die Eröffnung eines neuen Bankkontos verweigert, mich nicht mit den neuen blauen Fahrrädern fahren läßt und mich aus meinem Mailaccount aussperrt weil es mir nicht  möglich ist, aus 'Sicherheitsgründen' meine Handynummer anzugeben, weil ich mich eben weigere, mir so ein Teufelsding zuzulegen - und ich mich darüber aufrege, dann bin ich in jedermanns Augen eine hysterische alte Wachtel die man nicht weiter ernstzunehmen braucht, oder?

Wem bringt denn so ein Handy 'Sicherheit'?

Da wollen wir doch mal kurz innehalten und nachdenken ... wenn das überhaupt noch geht mit einem von Handystrahlen verschmurgelten und durch Apps verstopften Hirn!



Freitag, 24. März 2017

Man kann doch noch ohne Handy aufs Klo - auch in Finnland

Echt jetzt, da predige ich den Leuten immer, man darf nicht alles glauben was man so liest, und dann fall ich selber drauf rein.

In meinem vorigen Beitrag hab ich mich fest empört über die von zwei Schreiberlingen behauptete 'Tatsache', daß man in Finnland nur mehr mit dem Handy aufs Häusl gehen kann wenn einen unterwegs der 'Drang' überkommt.

Nun gibt es dieses Projekt 'postcrossing' wo man sich Adressen zuteilen läßt, dorthin eine Postkarte schreibt damit der Empfänger sich freut, und sobald dieser die Karte registriert hat, wird die eigene Adresse jemand anderem zugeteilt, der dann wiederum an einen selber eine Postkarte schreibt. Tolle Sache für Briefmarkensammler, by the way ;-)

Nun hab ich voriges Wochenende zufällig eine finnische Adresse gezogen und dachte: Na, fragst doch gleich mal!
Mittlerweile ist die Karte dort angekommen, und die Empfängerin versichert mir, daß man auch in Finnland nach wie vor ohne Handy aufs Klo gehen kann, und das wäre auch gut so, sie hätte nämlich auch keins und nicht die Absicht, sich sowas zuzulegen. 
Na, da bin ich aber beruhigt!

Ja und so ganz nebenbei hab ich das finnische Wort für Handy gelernt: Matkapuhelin. Plural: Matkapuhelinta.

Klingt richtig schön. Ob ich einen Finnischkurs machen soll?
Man weiß ja nie ... und Melancholiker wär ich schon, da könnt ich mich prima anpassen da oben. 


Sonntag, 19. März 2017

Handyzwang - der neueste Clou

In meinem vorigen Beitrag hab ich mich doch grad erst hübsch aufgeregt, weil man mich aus einem frisch erstellten hotmail Konto ausgesperrt hat, damit ich meine Handynummer preisgebe.

Was ja für Leute ohne Handy ausgesprochen spaßig ist.
Hahahaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!

Nun lese ich in einer Leseprobe des Buches 'Harn aber herzlich' von Tim Boltz und Jule Gölsdorf (warum steht eigentlich sein Name vorne? Hat er mehr geschrieben? Oder weil Männer länger pinkeln als Frauen??) daß man in Finnland nicht mehr ohne Handy auf die öffentlichen Toiletten gehen kann.
Schmäh ohne.

Man schreibt der Klotüre ein SMS und wenn alles so funktioniert wie es soll, dann geht diese auf.
Zu was für peinlichen Zwischenfällen dies führen kann, überlasse ich der Phantasie des geneigten Lesers.

Unpackbar, oder? Ich hab ja nun in meinem Leben schon ein paar wirklich arge Toiletten erlebt, sagen wir mal dieses ständig zugeschissene Klo am Reumannplatz, oder diese lustigen Kabinen in Baden (NÖ) an der Endstelle der Badener Bahn oder im Kurpark, in die man eh nur schwer hineinkommt und dann aber innerhalb von fünf Minuten fertig sein muß, weil sonst die Klotüre wieder aufgeht - und um das Ganze noch sportlicher zu gestalten wird das Häuslpapier GANZ OBEN hingehängt. Witzig!

Oder öffentliche Toiletten überhaupt, die mit Münzeinwurf aber ohne Klofrau betrieben werden.
Ob Innsbruck HBF oder Salzburg Markartplatz: Man wirft das letzte Fuffzgerl ein, drückt die Klinke hinunter und es hockt schon jemand drin der nicht abgesperrt hat! Dankschön auch! Dann ist das Fuffzgerl weg und man muß immer noch!

Also man hat schon sehr viel Freude mit den Klos, aber daß man jetzt als bekennender Handygegner vom Toilettengang von vorneherein ausgeschlossen wird, das ist wirklich die Höhe.

Die spinnen, die Finnen!!!






Man macht es mir wahrlich nicht leicht, Gelassenheit zu üben

Aktuell habe ich ein großes Problem mit der Reizüberflutung die nun einmal stattfindet sobald man aus dem Haus geht oder gar die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt.
Permanentes dummes, lautes Geschwätz, Kindergeplärr, es reißt nicht ab, beim Einkaufen geht es weiter, ich kann bald nur noch auf den Friedhof gehen um zumindest halbwegs Ruhe zu finden.

Nun sitze ich also gestern nachmittag völlig entnervt in meiner Wohnung weil ich obendrein auch noch so Nachbarn habe, deren Kleinkind seit ca. zwei Jahren meint, täglich stundenlang auf meinen geplagten Nerven herumtrampeln zu müssen und dabei ein Gekreische veranstaltet, das trotz Ohrstöpseln quer durchs Hirn schneidet. Aber in Deutschland dürfen Kinder ja tun und lassen was sie wollen.

Freitag in der U-Bahn hab ich ein Kind gesehen, das seiner Mutter mit seinen dreckigen Schuhsohlen ständig auf die weißen Lederstiefel gestiegen ist und fest drauf rumgetrampelt hat. Was tut die Mutter? Steht fett und bräsig da und läßt es machen. Dabei war das Kind nicht etwa zwei oder drei, nein, das war locker 9 oder 10 Jahre alt. Da fragt man sich doch!

Wie gesagt, ich also gestern total am Ende, mußte mir überlegen wie ich damit weiter umgehe, ich mach mich total fertig mit dem Scheiß, bin bereits ein paarmal laut geworden, im Laden, in der U-bahn, auf der Straße, aber natürlich bin dann ich die Böse.

Ich kann nichts für meine Hochsensibilität, das ist eine angeborene Veranlagung, nichts was man sich aussucht, und auch nichts, das man ändern kann.
Man kann lediglich lernen, damit umzugehen.
Falls man einen Coach findet, der einem dabei Hilfestellung leisten kann.
Den ich aber noch nicht gefunden habe.
Also stehe ich momentan mit diesem Problem völlig alleine da.

Mache mir also gestern so Gedanken, wie ich diese Wut und Verzweiflung angehen kann, die mich regelmäßig überfällt wenn man mich nicht nur draußen sondern auch noch an meinem Rückzugsort, also in meiner Wohnung, mit permanenten lauten und m. E. völlig unnötigen Geräuschen überfordert.

Habe mir dann zur Manifestation meiner Gelassenheitsübungen eine neue Mailadresse angelegt: brigitta_margarita@hotmail.com und das Paßwort enthielt das Wort 'Gelassenheit' damit ich mich beim Einloggen stets wieder an meinen inneren Ruhepool andocken kann.



Nun wollte ich mich vorhin, also Sonntagmorgen, in den neuen Mailaccount einloggen.

Was passiert?

Ich bekomme eine Mitteilung: Mein Konto wurde vorübergehend gesperrt, da angeblich zuviel Spam von diesem Konto gesendet worden oder sonst eine Aktivität ausgeführt worden sei, die den Richtlinien widerspräche.
Ja klar, bei einem Konto, das seit gerade einmal 12 Stunden besteht, oder?

Ich solle meine Handynummer eingeben, damit man mir eine SMS schreiben könne, die ich dann mittels eines Codes bestätigen solle.

ICH HABE KEIN HANDY!

Es besteht nun auch nicht etwa die Möglichkeit, einen Kundensupport zu kontaktieren, um das Problem zu erklären und eine Lösung herbeizuführen. Nein. Die Community könne man fragen.

JA SCHEISS AUF DIE COMMUNITY!
DIE WIRD MIR MEIN KONTO AUCH NICHT WIEDER AUFSPERREN!

Ich fühle mich so verarscht, mir fehlen die Worte. Und das will was heißen.

Für wie blöd halten die einen eigentlich?
Manche Anbieter verlangen wenigstens gradraus bei der Registration eine Handynummer, dann hat man halt keine und weiß, daß man das mit dem Konto vergessen kann.

Aber einen erst anmelden und alles einrichten lassen und dann am nächsten Tag das Konto sperren und behaupten es hätte irgendwas stattgefunden was nicht in Ordnung sei und man müsse jetzt mal die Handynummer angeben und danach sei alles wieder in Butter und was auch immer geschehen sei wäre ok, weil man hat ja die Handynummer angegeben???????????????????

Also mit mir nicht. Und wenn man mich sukzessive aus allen Konten aussperrt, dann kommuniziere ich halt nur noch per Postkarte und Brief.
ICH habe Zeit.
Und das mit der Gelassenheit werd ich hoffentlich auch noch lernen, momentan bin ich schon wieder mal sehr, sehr weit davon entfernt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Sonntag, 26. Februar 2017

Hurrah ich hab ihn, den Anfang von meinem Weg!!!


Was hab ich geforscht und gesucht die ganzen Jahre, gelesen, ausprobiert, erkannt, mich gefreut und doch wieder alles verworfen, und immer im festen Glauben: Wenn erst das und das endlich paßt, DANN kann's losgehen!

Aber irgendwas hat immer nicht gepaßt.
Und ich bin ned draufkommen was los is.

Nach Gustis Tod haben mich die Götter förmlich ANGEBRÜLLT, aber ich hab nicht verstanden was sie mir sagen wollen.

Die Psychologen haben nur dumm dahergeredet, hilflos und selber in ihr eigenes Drama verstrickt die einen, arrogant und alles besser wissend die anderen, gell Frau Doktor!

Dann traf ich auf diesen Großstadtcowboy, und endlich hat sich was bewegt, ich konnte Gusti loslassen und mich auf mich selber konzentrieren.

Natürlich bin ich auch hier erstmal in die nächstbeste Falle getappt und hab mich bis über beide Ohren in ihn verliebt, aber dieses Mal hab ich wenigstens relativ bald wieder rausgefunden und habe immerhin schon einmal begriffen, daß, so schön es auch sein mag, endlich wieder Gefühle zu spüren, ich erst ein Selbstbewußtsein entwickeln muß bis ich mich an das Projekt 'Mann' heranwagen kann.

Die Frage war: Wie mache ich das, wie komm ich dahin?
Da hat sich gleich der nächste Coach angeboten, ich hab mir gedacht ja, das ist genau mein Thema: Wie kann ich meine Mitte finden?
Gedacht, gebucht.

So harmlos schaut er aus, der Putzibub, aber hat der's vielleicht faustdick hinter den Ohren! Ach was Faust, teilweis hab ich gedacht der Teufel persönlich sitzt vor mir! Böser Putzibub. Aber er hat geschafft, was vorher noch niemandem gelungen war, myself included: Ich hab mich selber spüren können. Meine eigenen Gefühle, das was ich WIRKLICH empfinde, so unbequem und schmerzhaft es auch sein mag, also nicht das was die Cathy meint was jetzt hilfreich oder angenehm wär oder von dem die Käthe meint, daß der Anstand es nun geböte.

Das war heftig. Wie ich mich selber so dasitzen sah, so verklemmt und unsicher, wo ich doch schon gedacht hatte, soviel weiter zu sein, so ein lustiges Kerlchen war er doch der Ev. Oder????

Nach einer Nacht voller gewaltiger Träume bin ich dann draufgekommen, daß ich garnicht nach einem Mann gesucht hab, hätt mich eh gewundert ;-)) sondern nach einem Übervater, einem großen Meister der mir die Welt erklärt. Dabei kann ich die Antworten auf meine Fragen doch nur in mir selber finden. 

Worte, die ich schon tausendfach gelesen, aber nie begriffen habe. Wie auch. Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kann man nicht lesen, die muß man erleben.
Und das geht nun einmal erst, wenn man dazu reif und bereit ist.

Und des konn si zaaaaaaaaaaaaaaaahn ...

Gestern abend bin ich dann noch auf einen Artikel über das Innere Kind gestolpert. Auch so ein Begriff, der mir seit längerer Zeit bekannt ist, aber mit dem ich nichts weiter anfangen konnte. Psychobabble eben.

Dieses Mal aber hat das alles einen Sinn ergeben. War ich doch soeben das erste Mal mit mir selber in Kontakt getreten, habe die wirkliche Eva entdeckt die tief in mir drinsaß, kaputt und zertrampelt, die ich bisher unterdrückt und heftig ignoriert hatte und mich gleichzeitig gewundert, warum nix weitergeht. 

Heute morgen hab ich dann ein Gedicht darüber geschrieben, E wie Erinnerung an Eva und nun bin ich wirklich gespannt, ob das 'aber JETZT!'-Gefühl das ich nun verspüre, dieses Mal echt ist, ich nun endlich den wahren Anfang meines Weges betreten habe, oder ob das wieder mal nur eine Illusion ist, die mein überaktives Hirn mir vorgaukelt.







Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Liebe ist ein seltsames Spiel

So, nun hab ich wieder was gelernt. About life, love and everything.

Also das war so: Ende vorigen Jahres hatte ich mich nach längerer Zeit endlich mal wieder in jemanden verliebt, das war sehr schön, ich hab es genossen soweit man eine einseitige Verknalltheit genießen kann, und hab es demjenigen neulich dann auch gestanden weil es mir keine Ruhe ließ.
Sehr langen Brief gepinselt, bald darauf kam die Antwort: Es tät ihm eh leid, aber er wär in einer glücklichen Beziehung.
No, was hätt ich glaubt.

Immerhin, dachte ich, es sind nun keine Einbrecher, Zuhälter oder andere schlimmen Finger mehr die als Schwarmobjekt herhalten müssen, da hab ich mich in letzter Zeit schon schwer gebessert, über meinen Englischlehrer und diverse Künstler nun bei einem spirituellen Meister gelandet, das ist doch ein Fortschritt!

Meine Kollegin war total entsetzt wie ich ihr erzählt hab daß ich mich verliebt hätte: Ja sag mal, meinte sie, hast du denn in deinem Alter deine Gefühle nicht unter Kontrolle???

Ja den Göttern sei Dank nicht! Ich bin total froh, daß ich endlich wieder welche hab!

Und im Nachhinein wird mir auch immer klarer, wie das passieren konnte.

Zunächst einmal weil es sich durchaus um einen sehr attraktiven Mann handelt, nicht nur optisch sondern auch vom Charakter und von den Ansichten her. Total cooler Typ und dennoch kein Arschloch.

Zweitens ist er der erste Mensch seit Gusti dem gegenüber ich mich so gegeben habe wie ich bin, es zumindest versucht habe, und Kraft seines Amtes ist er dennoch freundlich geblieben, sowas stellt dann per se schon einmal eine sehr starke Verbundenheit zwischen zwei Menschen her.

Drittens hat er eine ähnliche Sicht auf die Welt wie ich auch, da mag man es mir verzeihen wenn ich für einen kurzen Moment geglaubt habe, sowas wie einen Seelenpartner gefunden zu haben. 
War halt schon immer ein unverbesserlicher Romantiker.

Aber dennoch, so kann das doch nicht weitergehen, was mache ich falsch?

In den letzten Jahren waren Männer für mich eh nicht wichtig, da war ich zu sehr mit Gusti und seinen diversen Leiden beschäftigt gewesen und anschließend damit, seinen Tod zu verdauen. Aber mittlerweile bin ich schon langsam wieder dran interessiert, jemanden zu finden, mit dem ich mich gedanklich austauschen kann, ab und zu mal spazieren zu gehen oder sowas. Klar kann ich das auch alleine oder mit einer Freundin, aber dabei rede dann doch wieder meistens ich und meine Ansichten sind mir bereits bekannt, das bringt mich so nicht weiter.

Hab mir also zwei schlaue Bücher auf den Kindle geladen (ja, das mit der instant gratification ist schon sehr verlockend, warum eine Woche auf das Taschenbuch warten wenn man die Kindle-Version GLEICH haben kann?) und ein bissl studiert.

Ja siehe da, die Erleuchtung (zumindest diesbezüglich) lauerte bald zwischen den Zeilen:

Nachdem ich ja ein sehr minimales Selbstbewußtsein hab, von meinem Vater her, der mir wohl so gründlich klargemacht hat, daß ich eklig bin und nichts tauge und überhaupt völlig unnütz und unattraktiv bin (O-Ton: Wer sich mit dir abgibt der KANN ja nicht ganz bei Troste sein), daß ich das nicht mehr aus meinem System rauskrieg und mir immer so tolle Männer aussuche ... also Männer die ich für toll halte, das muß nicht bedeuten daß sie wirklich toll sind - jedenfalls welche, von denen ich glaube, daß sie mir haushoch überlegen sind und am besten auch schon vergeben damit ja nix passiert, und dann suche ich bei denen die Anerkennung, die mir fehlt, damit ich mich als vollwertiger Mensch fühlen kann.
Also mich praktisch durch deren Augen in den 'Adelsstand' einer 'richtigen' Person erheben lassen kann.

Kann ja so nix werden.
Wenn ich einem Mann nicht als gleichwertiger Partner begegnen kann, wie soll diese Beziehung dann bitte ausschauen?
Da muß man vor jedem scharfen Wort Angst haben, und nun ist mir auch klar, warum ich es nie ertragen konnte, wenn jemand ärgerlich mit mir war.
Da war ich ja dann keine vollwertige Person mehr sondern mit einem Schlag wieder die kleine eklige unnütze Tochter die man nicht haben will.
Da bringt es auch wenig wenn ich auf workshops renne auf denen sie einem den Umgang mit gewaltfreier Kommunikation nahebringen, damit ich mich nicht mehr vor einem Streit mit dem potentiellen Partner fürchten muß.

Ja ist man manchmal vernagelt, oder?
Hammer.
Nun, dieses Mal hab ich immerhin was draus gelernt, weil der gute Mann, in den ich mich da verknallt hatte, einfach ein ideales 'Opfer' für mich war, der hat professionell reagiert und kein Faß aufgemacht wie ein gewisser Piefke.
Dabei hatte ich dem Piefke sicher keinen Liebesbrief geschrieben, nur ein paar lustige Postkarten.
Also ICH fand die lustig, er offenbar nicht. Piefke eben.
Na, wird schon.
Jetzt ist nur die Frage, wo ich ein Selbstbewußtsein herbekomme.

So Sätze wie: 'Ich bin in Ordnung, jeder Mensch ist in Ordnung' find ich wenig hilfreich, denn meiner Ansicht nach ist sicher NICHT jeder Mensch in Ordnung. Sonst tät's erstens auf unserer Welt nicht so auschauen wie es eben ausschaut, und zweitens braucht man ja nur mal in die Stadt zu fahren und sich unterwegs in der U-Bahn umzugucken. Klingt möglicherweise arrogant, aber was ich da oft so erblicke, das läßt mich erschaudernd die Brille wieder abnehmen, als Schasaugater muß man sich das Elend wenigstens nicht in HD reinziehen.

Naja, ich werde weiterforschen und wieder berichten!


Mittwoch, 18. Januar 2017

Mein Gott, geh ich gerne einkaufen ...

Meine Kollegin meinte erst heute, es wäre wohl eine Art self-fulfilling prophecy, daß ich beim Einkaufen immer wieder so ärgerliche Sachen erlebe. Also, daß ich ja schon drauf warten würde, daß wieder was nicht klappt. Aber das stimmt so nicht, ich geh ja sehr oft einkaufen da ich nicht, wie sie, einmal g'scheit und dann länger wieder nicht, in einen Laden gehe wo es alles gibt, sondern ich brauch dieses von hier, jenes von dort, wo immer es das Gewünschte halt eben gibt. Und meistens ist eh nix, außer die Drängelei an der Kassa halt fast überall, daß man gleichzeitig zahlen, Sachen wegräumen und Geldbeutel verstauen soll. Das stört und nervt mich immer wieder aufs Neue. Aber daß es grad noch ärger geht, das bekomme ich in letzter Zeit öfters zu spüren und es gefällt mir TOTAL NICHT.

Heute war der dm dran.
Häuslpapier war aus, mein Lavendelöl ebenfalls, und in der Gesichtscrème ist auch nur noch ein bissl was drin. Hab mir sogar einen Einkaufszettel gemacht, damit ich auf nix vergiß. 

Ab und zu bekomme ich nämlich so einen Brief mit kleinen Zetteln drin, da bekommt man fünffach-Punkte auf Einkäufe in bestimmten Läden, und wenn ich eh zum Alnatura oder zum dm gehe dann nehm ich diese Zettel gern einmal her, wenn es sich grad ergibt.

Ich bin also keineswegs mit der Erwartung eines furchtbaren Einkaufserlebnisses in den dm gefahren, im Gegenteil, ich war echt gut drauf, endlich mal wieder gut geschlafen, nun noch ein paar Sachen kaufen und dann Hurrah, Feierabend.

Die gute Laune verging mir allerdings keine zwei Minuten nach Betreten des Ladens. An der Kassa eine Frau mit Kinderwagen, drin ein zappelndes kleines Ungeheuer das diese hysterischen Laute ausstieß die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Kein Geschrei aus Schmerzen oder Gewimmer aus Unbehagen, nein, dieses hysterische, mühsam hervorgestoßene laute Gehechel wo man jeden Moment glaubt nun hyperventiliert es komplett und Ruhe. Aber nix. Gleich ein Regal weiter standen drei junge Mädels brettelbreit da, versperrten den Gang und lachten sich deppat über irgendeinen Unfug den jemand plärrend in einem Handy veranstaltete. Ja witzig. Umgeben von Wahnsinn und Kindergeschrei suchte ich meine Sachen zusammen, die sie mir natürlich schon wieder versteckt hatten.

Ist euch das auch schon aufgefallen? Sobald ihr genau wißt, was wo steht, kommt der Chef und sagt zu den Angestellten: So, nun räumen wir mal wieder alles schön um, damit sich keine alte Sau mehr auskennt, ihr eingeschlossen, hähä.

Und so geht die Sucherei von vorne los.
Die glauben doch nicht im Ernst, daß ich deswegen auch nur EIN Trumm mehr mitnehme als geplant? Aber grad erst recht nicht. Und mit dieser Soundkulisse schon zweimal nicht. Da schaut doch jeder, daß er wieder rauskommt aus dem Laden.

Ich hatte Glück, es war nur eine Frau vor mir an der Kassa, ich mein Zeug aus dem Wagen geräumt, alles auf das Band gepackt, und während die Kassafrau die Sachen der Reihe nach durchzog hab ich mich beeilt, alles einzupacken, gleichzeitig den Rucksack vom Rücken zu holen und nach meinem Geldbeutel zu fischen.

Dreißig Euro und 2 cent sagt sie, ich zieh die payback-Karte raus, suche nach dem 5-Fach-Punkte-Zettel, der so klein ist, daß ich ihn erst nicht finde und schon glaube, ihn verloren zu haben, sehe aber dann doch ein Eckchen aus dem Fach lugen, pule ihn hervor, gebe ihn der Frau mitsamt der Karte, zahle dreißig Euro in Scheinen und während ich noch nach dem fehlenden 2-Cent-Stück angele, ermahnt sich mich bereits: Noch zwei Cent! Ich so: JAAAAAAAAAAA, ich such sie ja schon!

Und wie ich ihr die zwei Cent gebe, sie so: Ach, ist das auch noch von Ihnen?
Hat sie doch glatt auf das Häuslpapier und die beiden Lavendelöl vergessen.
Ich so: Mann, da hab ich doch extra diesen Punktegutschein mitgenommen und nun ist die Hälfte nicht drauf!
Sie so: Ach, dann halt beim nächsten Mal, hihi.
DA FREUT DIE SICH NOCH!
Anstatt daß sie aufpaßt und alle Einkäufe über ihr Band zieht, läßt sie die Hälfte liegen und ich verliere bares Geld. Eigentlich könnte es mir ja egal sein wegen der paar Cent, aber ich hab mich dennoch tierisch geärgert. Erst hetzt sie mich, pfeift mich gleich an wegen zwei Cent wo ich die eh schon für sie am Suchen bin, und dann lacht sie nur blöd wenn ich enttäuscht bin, daß es nix war mit dem großen Punktesammeln.

Wieso mach ich den Scheiß eigentlich mit?
Rumms, jetzt ist das Teil in den Mistkübel geflogen!
Bussi baba Kundenkarte, ab jetzt nur mehr beim Merkur oder Billa, dort wird zumindest die Illusion kreiert, daß es sich lohnt, sie vorzuzeigen.