Samstag, 19. Januar 2019

Bad Moon Rising

Ach, wieviele Dichter saßen während der letzten Jahrhunderte mit der Feder in der Hand da, das Gesicht verträumt himmelwärts gewandt, und schrieben mit ihrem Herzblut eine romantische Ode nach der anderen an den Mond, der ihre schönsten Stunden beleuchtete - und nachdem die Angebetete das Flehen nicht erhören wollte, und der Mond angesichts des Herzeleides wieder verschämt hinter den Wolken verschwand, kam dann gleich noch ein Gedicht dazu über das schnöde Weib das ihn verlassen ... und er begann den Mond zu hassen ...

Wieviele Frauen haben über die Jahrhunderte mit aller Kraft die Möndin angebetet, verehrt, ihr geopfert, ihr allerhand magische Kräfte zugestanden,  sich daher von ihr Heilung erhofft und großteils auch erhalten!

Bis auf den einen oder anderen Einzelfall der sich vom Vollmond in seinem Schlaf gestört fühlt (anstatt daß er mal das Handytelefon abdreht und in ein anderes Zimmer legt ...) oder gar das Schlafwandeln anfängt und sich auf der steilen Treppe zum Klo die Nase bricht, haben die meisten von uns also ein Bild vom Mond als benignes Wesen, das sanft vom Nachthimmel erstrahlt und uns in seine heilenden Strahlen hüllt.

Wie unsanft ist das Erwachen nun angesichts dieses Artikels im (ausgerechnet) Christmas/New Year Special des New Scientist in dem auf Seite 14 berichtet wird, daß Mondstaub Gift für unsere Lungen ist und durch die Bildung von giftigen Radikalen Lungenkrebs verursachen kann. Als Wissenschaftler müssen sie es natürlich vorsichtig formulieren, da gilt die Unschuldsvermutung und man berichtet sachlich über die vom Team um Herrn Hendrix (ausgerechnet) durchgeführten Studien, bei denen er sich angesichts der Knappheit echten Mondgesteins obendrein mit künstlich hergestellten, ähnlichen Substanzen behelfen muß.

Achja, wollen wir wirklich immer alles genau wissen? Kann man nicht einfach in Ruhe romantische Gedichte schreiben und den Mond anheulen, mußte man unbedingt rüberfahren und diese grausliche, unwirtliche, luftlose Wüste auf der Mondoberfläche entdecken und auch noch giftige Steine mitbringen?












Mittwoch, 16. Mai 2018

Das mit der Opferrolle

Lange Zeit hab ich's ja nicht verstanden. Raus aus der Opferrolle heißt es allenorts, Schluß mit der Jammerhaltung, auf in ein neues, erfülltes Leben!
Wenn ich sowas gehört habe, bin ich sofort bockig geworden.
Denn es WAR doch Tatsache, daß ich 

- von diversen Ärzten falsch bzw. garnicht behandelt wurde und daher jahrelang unnötig krank war
- aufgrund der unerkannten/unbehandelten Krankheit meinen supergut bezahlten Job verloren habe
- mein Vater eh so ein ungerechtes Mensch war der mir immer das Gefühl gab widerlich und unnötig zu sein, nur eine Belastung für denjenigen der sich grad mit mir befassen muß und wer sich freiwillig mit mir abgibt der KANN ja nicht ganz sauber sein
- meine Brüder viel mehr Geld haben als ich eben weil mein Vater etc. pp. ...

Aber jetzt bin ich draufgekommen, wie das gemeint ist.
Beziehungsweise ich hab mir eine Erklärung zurechtgedacht, die für mich paßt.

Nun gab es ja schon länger diverse Überlegungen von mir die in die Richtung gingen, daß ja noch lange nicht gesagt ist, daß alles so wunderbar gelaufen wäre wie ich es mir von hier aus vorstelle, wenn ich damals wirklich hätte in Ruhe meine Schule zuendebringen und auch studieren können, wie meine Brüder. Was hätte ich denn studiert? Vergleichende Literaturwissenschaften und Anglistik? Das hätte mir nicht nur die Freude an jeglicher Literatur vermiest (weil man ja alles dermaßen auseinanderklamüsern und totdiskutieren muß, daß vom die Seele berührenden Wesen eines Gedichts NICHTS mehr übrigbleibt) sondern es stellt sich auch ganz klar die Frage, was ich mit dem Abschluß überhaupt hätte anfangen können? Lehramt? Ganz sicher, ich liebe Kinder wie jeder weiß ...
Taxifahren? Klar, mit Autos bin ich schon immer bestens zurechtgekommen ...
Also dead end.

Abgesehen davon, daß meine Englischkenntnisse miserabel wären, ich habe damals bei den Cambridge Tests Englischstudentinnen erlebt, die hatten keine Ahnung. Aber studiert hattense. 

Nee, also dann lese ich doch lieber einfach so was ich will und wann ich will und muß hinterher KEINE Zusammenfassung und Analyse schreiben.
Haha.

Am Ende wäre ich eine langweilige arrogante Trantüte geworden, die keine Ahnung vom Leben hat und schon 'huch' schreit wenn ihr jemand mit der Bierflasche in der Hand entgegenkommt und die Gras nicht von H unterscheiden kann weil 'das sind ja alles schlimme Drogen von denen man sofort süchtig wird und stirbt'. Jo eh.

Der Job bei Glaxo hätte mich langfristig auch nicht happy gemacht, Leute wie mich konnten die dort nicht brauchen. Ohne die Intervention von Holger und Monika (die ja die treibende Kraft hinter allem war) hätte man mich zwar nicht sofort hinausgeworfen sondern mir einen alternativen Job angeboten nachdem die Abteilung geschlossen worden war, aber was für einen? Back-office? Den ganzen Tag telefonieren? Absoluter Traumjob. Dann doch lieber mit Abfindung raus und gut is.

Und was die jahrzehntelangen Krankheiten betrifft, durch die hatte ich doch erst die Gelegenheit, zu reifen. Wenn immer alles glatt geht im Leben, da überlegt einer doch nicht, da zweifelt er nicht, geschweige denn daß er VERzweifelt. Da geht immer alles im gleichen Trott, und irgendwann passiert dann doch mal was und dann ist man am Boden zerstört. Waaaaaaah!

Bei mir dagegen war ständig was. Da rüttelt es einen von Anfang an ordentlich durch und man weiß schon früh, daß nichts so bleibt wie es ist und man lernt, mit Veränderungen umzugehen.

Das ist das eine.

Das andere ist die Erkenntnis, daß die Eva, die ich geworden wäre, wenn mein Leben anders verlaufen wäre, mit mir so überhaupt nichts zu tun hat. Die existiert, wenn wir das mal quantenphysikalisch sehen wollen, in einem Paralleluniversum, gibt dort ihre unausgegorenen Weisheiten von sich und treibt ihren Ehemann, den sie zweifellos als gute Tochter hat, in den Wahnsinn. Oder er sie, wer weiß das schon so genau. Tatsache ist jedenfalls, daß ich mit keiner dieser möglichen Evas irgendeinen Berührungspunkt habe. Also macht es auch wenig Sinn, auch nur ein Fuzerl von Energie darauf zu verschwenden, die Zeit zurückdrehen zu wollen bzw. mir einen anderen Lebensverlauf zu wünschen.

Es hat einen Grund, warum ich genau da stehe wo ich stehe.
Warum ich genau das erlebt habe, was ich erlebt habe.
Nämlich der, daß ich nur so der Ev werden konnte, der ich geworden bin.
Und der ist absolut gut so wie er ist. Der beste aller Evs.
DER kann nun aus der Opferrolle endlich raus, muß keine alternativen Lebensentwürfe mehr beweinen sondern kann sich aussuchen, wohin er von da, wo er jetzt steht, gerne hinmöchte.
Es ist ja alles möglich.
Gut, ein berühmter Mathematiker oder ein Rennfahrer wird aus mir sicher keiner werden, aber das hatte ich sowieso nie vor. 

Ich kann also nun getrost einen Schritt zur Seite treten, die alten Geschichten da lassen wo sie hingehören, nämlich in der Vergangenheit, und mich freuen, daß ich in der Gegenwart soviele nette Menschen um mich habe, von denen niemand nur dumm rumsäuft und jammert sondern die allesamt interessante Ideen haben und mir frische Impulse geben für mein neues Leben - und vice versa.




Samstag, 3. Februar 2018

Yes We Can

Momentan lese ich ein total interessantes Buch von Eben Alexander: Proof of Heaven. Bin hin und weg. Der war tatsächlich im Himmel und ist wieder zurückgekommen. Mich macht das total happy, seine Erfahrungen zu lesen, weil mich das was er schreibt in meinen Ahnungen und Überlegungen bestärkt, die ich so über die Jahre angesammelt habe.

Er schreibt unter anderem, daß wir hier auf der Erde hauptsächlich damit zu tun haben, das Böse zu bekämpfen, und daß das Böse manchmal überwiegt ist vom Schöpfer so gewollt, dafür haben wir den freien Willen bekommen. Sonst wäre es ja unsportlich.

Naja, und damit wir, also die Guten, gewinnen, muß man natürlich auch was tun. Daher hab ich mir gedacht, weil ich ja gerne Postkarten drucken lasse und die dann schreibe, daß ich die auch einfach in Bücher stecke wenn ich diese wieder zurückgebe in den Bücherschrank, oder in ein Buch das ich in der U-Bahn liegenlasse, einfach damit derjenige, der sie findet, sich freut, daß er so eine schöne Cathy DeVille Postcard in seinem Buch gefunden hat. Daß die Leute sich freuen, davon gehe ich mal aus ;-))

So, und nun werde ich das himmlische Buch weiterlesen, das ist einfach total genial. Ich bin ja schon lange dafür, daß Wissenschafter und spirituell begabte Menschen mal ZUSAMMEN was machen sollen statt sich ständig gegenseitig zu dissen und zu widersprechen. Es geht doch beides in dieselbe Richtung. Beide wollen mehr erfahren von dem, was da ist. Da kann man doch seine Erfahrungen und Ergebnisse vergleichen und besprechen und sich nicht gegenseitig niedermachen. SO kommen wir nicht weiter, meine Herren!

Sonntag, 24. Dezember 2017

Hoffentlich kommt bald das allgemeine Sex-Verbot

Ja haha war nur Spaß, ich hoffe darauf natürlich NICHT, aber offenbar sehen sehr viele, erschreckend viele, Menschen das völlig anders und hätten gerne nichts lieber als ein von der Obrigkeit mit detaillierten Vorgaben reglementiertes Sexleben, so daß der Spaß daran endgültig vorbei ist und die Leute freiwillig damit aufhören. Kleines Beispiel gefällig?

Im Forum der Sexplattform auf der ich mich seit einigen Monaten herumtreibe berichtet eine junge Frau, daß ihr Freund sie gerne mal im Erlebnisbad fingern möchte, sie ist sich da nicht ganz sicher und trägt dies daher der Community vor - und sofort bricht ein Sturm der Entrüstung los, nicht wenige verkünden selbstgerecht, sie würden solches, würden sie es bemerken, sofort zur Anzeige bringen und wie immer werden die Kinder vorgeschoben. Die könnten das ja mitbekommen und lebenslangen Schaden erleiden. Ja herzig. Da gäbe es meine ich ganz andere Ecken wo man mal das Kehren anfangen könnte.

Denn was unseren Kindern sowieso schon tagaus tagein zugemutet wird geht auf keine Kuhhaut. Das fängt in der Früh an mit dem viel zu schweren Schulranzen, dann der Schulweg auf dem sie gnadenlos von den stinkenden Autos verpestet und von asozialen Schulkameraden geschubst, gedisst und gar erpresst und/oder verprügelt werden - dann geht es den ganzen Tag weiter mit völlig realitätsfernem Unterricht im Zuge dessen die armen kleinen Gehirne mit lauter Unfug vollgestopft werden und jeder, der es auch nur wagt zu protestieren, wird mit Sanktionen überhäuft. Noch dazu sind sie gezwungen, die ganze Zeit stillzusitzen, damit sie sich beizeiten dran gewöhnen und recht bald genauso fett und krank werden wie ihre Eltern. Nachmittags dann die Hausaufgaben, die Streitereien im Elternhaus, die Grobheiten der anderen Bewohner im Gemeindebau und die Frechheiten der Nachbarskinder. Und das ist nur der gewöhnliche Alltag. Was manche Kinder obendrein noch so erdulden müssen, das kann sich ein Gesunder nicht vorstellen. 

Und da kommen dann diese Moralaposteln daher und meinen, wenn Kinder ein liebendes Paar bei der natürlichsten Sache der Welt beobachten, würde es ihnen in irgend einer Weise schaden? Kann ich nicht glauben. Die meisten Kinder würden doch garnicht mitbekommen was abgeht, erstens weil sie sowas nicht interessiert und zweitens weil sie es nicht kennen - und sobald sie in einem Alter sind in dem sie sehr wohl erkennen was Onkel und Tante da machen, schadet es ihnen ja wohl auch nicht mehr. Also was soll der Unfug. Noch dazu in einer ach so lockeren, frivolen Sex-Community. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich mein, da müßte man beispielsweise diesen Brunnen in Nürnberg beim Weißen Turm, das 'Ehekarussell', auch sofort abreißen, das dort Dargestellte könnte ebenfalls empfindliche Gemüter verletzen, und doch balancieren dort die Kleinen völlig ungerührt am Brunnenrand, die schauen da nicht einmal hin. QED.

Wer so verklemmt ist, daß er keine Schweinereien im Bad sehen möchte, der soll das einfach so sagen und nicht irgendwelche fiktiven Kinder vorschieben. Solchen Leuten käme es wohl tatsächlich sehr zupaß, wenn nun nach dem Rauchen auch der Sex verboten werden würde. Nicht nur in der Öffentlichkeit sondern eben auch zuhause, in den eigenen vier Wänden.

Kann nicht sein meint ihr? Das wird sich niemals spielen? Das können die nicht machen? Ja das haben viele damals während der ersten Diskussionen über das Rauchverbot auch gedacht. Klar, wegen der Kinder nicht in der Öffentlichkeit, Nichtraucherschutz und so, damit waren die meisten durchaus einverstanden. Aber inzwischen liest man immer wieder von Menschen die in ihrer eigenen Wohnung und auf ihrem eigenen Balkon nicht mehr rauchen dürfen oder denen sogar aus diesem Grund die Wohnung gekündigt wurde. Und als Raucher eine neue Wohnung zu finden ist inzwischen noch schwerer als als Vorbestrafter, da ja so mancher Vermieter ebenfalls kriminell ist, zumindest ist das meine Meinung wenn ich mir die Mieten grad hier in München so anschaue.

Zurück zum Thema: Sexverbot in den eigenen vier Wänden. Die Schweden sind gerade auf dem besten Weg dazu. Vor einiger Zeit schickte mir eine Bekannte lachend einen Artikel aus der Augsburger Allgemeinen, in dem berichtet wird, daß die Schweden die Gesetze bezüglich Sexualstraftaten radikal verschärfen wollen. Da denkt man erst einmal: Jo, is ka Föla. Die Jungs kommen oft genug viel zu leicht davon. 

Aber darum geht es ja garnicht. Es geht garnicht darum, daß verurteilte Vergewaltiger endlich einmal mehr ausfassen sollen als nur die berühmten eineinhalb Jahre bedingt. Nein, es geht darum, gleich einmal möglichst viele Leute zu kriminalisieren und somit zur Anklage bringen zu können. Die Schweden gehen tatsächlich soweit, daß Männer, sobald das neue Gesetz durch ist, jedes Mal, und wirklich jedes einzelne Mal, vor dem Sex die potentielle Sexpartnerin explizit um Erlaubnis fragen müssen und um sicher zu gehen wird empfohlen, am besten eine schriftliche Genehmigung einholen. Auch wenn beide miteinander verheiratet sind bzw. in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben. 

Ich hab ja erst gedacht ich les die Tagespresse. Dann hätte ich es so witzig gefunden wie meine Bekannte. Aber die meinen das tatsächlich so.  Die wollen das wirklich genau so einführen. Es ist absolut unfaßbar. Ich zitiere:

Um mehr Personen verurteilen zu können, werden zwei neue Tatbestände eingeführt. Die „unachtsame Vergewaltigung“ und der „unachtsame sexuelle Übergriff“. Bereits jetzt ist die Gesetzgebung in Schweden scharf. So wurde etwa nach dem Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen Verdachts auf „weniger grobe Vergewaltigung“ gefahndet. Was das hieß? Er benutzte kein Kondom bei einem ansonsten von den Frauen als einvernehmlich umschriebenen Sex. Danach waren sie auch zunächst, laut eigenen Aussagen, weiter mit Assange befreundet. Dann jedoch waren sie auf einmal der Meinung, missbraucht worden zu sein. Es wurde ein internationaler Haftbefehl ausgestellt....
(Schweden: Partner müssen Sex-Genehmigung einholen - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Schweden-Partner-muessen-Sex-Genehmigung-einholen-id43589536.html)


Da fällt einem jetzt nix mehr ein, oder? Was ich besonders krass finde ist, daß immer mehr Frauen nicht sofort nach einer Vergewaltigung zur Polizei gehen und Anzeige erstatten, was ja völlig normal und auch völlig in Ordnung wäre. Aber nein. Da lassen sie sich willig durchnudeln und nach Monaten oder gar Jahren fällt ihnen ein, daß sie das jetzt doch irgendwie nicht so in Ordnung fanden damals und eigentlich sind sie vergewaltigt worden. Ja, sie haben mitgemacht, wären zu dem Zeitpunkt auch nach außen hin einverstanden gewesen, aber innerlich wie eingefroren und hätten daher nichts dagegen sagen können. Na eh. Und das fällt ihnen akkurat zu dem Zeitpunkt ein, zu dem der ehemalige Sexualpartner eine gewisse Berühmtheit erlangt oder auf einen wichtigen politischen Posten gewählt worden ist wie beispielsweise Peter Pilz.

Diese Weiber machen meiner Meinung nach alles kaputt, was die Heldinnen der Frauenbewegung für uns Frauen in den letzten hundert Jahren erreicht haben. Wir wollen ernst genommen, als gleichberechtigte Menschen respektiert und angesehen werden, nicht als männerhassende Emanzen lächerlich gemacht werden. Aber diese Massenhysterie bewirkt nun genau das Gegenteil, die Frau wird wieder als überempfindliches, äußerst schützenswertes Wesen hingestellt, das bald niemand mehr ernst nehmen kann weil es nicht weiß was es will.

Abgesehen davon, daß es nun für die wirklichen Opfer, also die Frauen, die tatsächlich gegen ihren Willen brutal zum Sex gezwungen wurden, nicht etwa leichter wird, Anzeige zu erstatten, im Gegenteil.  


Zum Abschluß noch eine Anekdote um zu verdeutlichen, was für schwachsinnige Blüten diese idiotische #me too Kampagne auch bei uns in Deutschland bereits treibt:

Neulich wollte ich im eingangs erwähnten Sexforum eine meiner erotischen Geschichten zum besten geben, bin halt ein eitler Tropf und wollte einmal sehen, ob sich eventuell dafür ein Publikum finden könnte, es sollte eine Art Testlauf werden. Wie gesagt, ich rede hier von einem SEXforum, keinem Häkelclub oder der Vereinigung der frommen Landfrauen Bayerns.

Nun, die Geschichte, von der ich im übrigen auch nur den Anfang gepostet hatte, wurde sofort entfernt mit der Begründung, man wolle die Frauen in der Gruppe, denen eine Vergewaltigung passiert ist, schützen. Wenn die so eine Phantasie lesen würden, dann würden sie getriggert und das wolle  man vermeiden.
Ansonsten hätte ich einen tollen Schreibstil und wenn ich eine andere Geschichte hätte, würde man mich damit sofort aufnehmen.

Ja vielen Dank auch. Mit der Schere im Kopf schreib ich nicht. Wenn es so schon losgeht. Gleich meine allererste Geschichte spielt nämlich in einer Kirche, da melden sich dann wieder die streng Gläubigen und verlangen die sofortige Löschung weil ihre religiösen Gefühle verletzt werden, und so weiter und so fort.

Kunst braucht keine Zensur! Niemals! 
Demnächst wird der fanatische Mob wohl die Bestände der erotischen Literatur durchforsten und man wird beginnen, Bücher öffentlich zu verbrennen.
Hm. Hatten wir das nicht schon einmal???



Freitag, 22. September 2017

Bin jetzt auch ein App-Depp

Seit über sechs Wochen keinen Beitrag mehr. 
Warum das denn, war nichts los?

Im Gegenteil, die Ereignisse überstürzen sich momentan.
Irgendwie interessant, oder? Je mehr los ist im Leben, desto weniger schreibt man darüber.
Zeitmangel oder das Bedürfnis, die Geschehnisse lieber für sich zu behalten wenn es interessant wird und wirklich ans Eingemachte geht?
Wahrscheinlich beides.

Kurz zusammengefaßt: der große böse Ev hat sich auf den Datingmarkt begeben und versucht momentan, die Balance zu halten zwischen Herzen brechen und Herz gebrochen bekommen.
Bisher ist de facto noch nichts passiert. Man schreibt sich, man telefoniert (wenn es sich nicht vermeiden läßt), mit den ganz Glücklichen gibt es auch mal ein Treffen, aber bisher war noch keiner dabei wo ich gesagt hätte: Wow!

Interessanterweise sind mir mittlerweile die Männer in meinem Alter, oder gar darüber, einfach zu alt und zu langweilig. Jetzt nicht, daß ich jeden Tag Party bräuchte, im Gegenteil, wer mich kennt weiß, daß mir meine Ruhe heilig ist. Ich meine eher eine gewisse geistige Unflexibilität. Alles soll so bleiben wie es ist, und die Frau hat sich anzupassen. Ja freilich. Meist sind sie auch gesundheitlich sowas von nicht mehr auf der Höhe, da kann man sich ausrechnen wie lange das gut geht. Ich bin Verwaltungsangestellte und keine Krankenschwester.

Momentan flirte ich mit zwei Männern die beide deutlich jünger sind als ich, und mit zumindest einem habe ich fest vor, mich bald zu treffen weil er ganz anders ist als die Männer, mit denen ich bisher so geschrieben habe. Bilde ich mir zumindest ein. Und er ist der erste, dessen Bild mir so richtig gefallen hat. Also nicht nur so: Naja, geht ... oder: Oida, des is aber SEHR knapp vor schiach ... sondern eher so: Hey! Nettes, offenes Grinsen, spitzbübisch, liebe Augen und eine coole Brille davor. Und schöne Hände, was ja sehr wichtig ist. Und er is ned deppat.

Das zweite große Ereignis: Der Ev ist ein Trottel gewesen und hat sich ein Handy gekauft. Danach war er am Boden zerstört weil er sowas von NICHT geblickt hat wie er damit umzugehen hat.
Bei diesen Dingern ist ja ALLES anders.

Warum ich nach all meiner Schimpferei auf diese Giftdinger nun doch so rasch eingeknickt bin und mir ein sauteures Smartphone besorgt habe, so von jetzt auf nachher, ohne lang zu überlegen und auf meine Kollegin zu hören, die mir geraten hatte doch was Günstigeres zu nehmen da das bei meinem Nutzerverhalten locker ausreichen würde?

Nun, ich hatte ja bereits erwähnt, daß ich ein Trottel bin. Nun halt auch ein Appdepp wie mittlerweile so ziemlich alle Menschen außer ein paar Wilden im Dschungel, Heiligen die auf Baumwipfeln leben und sich von Licht und Gebeten ernähren, oder auserwählten Menschen an entlegenen Orten wo es keinen Empfang gibt.

Und als Trottel hab ich mich halt am Anfang meiner 'Datingkarriere' auch mit Leuten eingelassen, die meinten ich bräuchte ein Handy um mit ihnen Whatsapp schreiben zu können. Anstatt mich auf meinen allseits bekannten Standpunkt zurückzuziehen, nämlich: Na sicher ned!!! was macht der Ev? Rennt schnurstracks in den Apple-Laden und kauft sich ein Handy.

Der größte Witz ist, daß ich mit diesen beiden Herren mittlerweile nichts mehr zu tun habe. Der eine war mir ein bissl zu forsch unterwegs und außerdem verheiratet, und dem anderen bin ich wohl zu fad geworden weil ich halt echt nicht jeden Scheiß mitmache.
Ja, so geht's im Leben.

Nachdem das Teil nun einmal hier herumliegt, versuche ich halt das Beste draus zu machen, habe mir von meiner Kollegin und einer Bekannten erklären lassen wie ich damit umgehe, und hab mich als erstes, nachdem ich Whatsapp und andere basics soweit gemeistert hatte, für die Packstation angemeldet, denn seit die nette alte Dame, die immer meine Packerln angenommen hat, ins Altersheim hat gehen müssen, ist es eng geworden mit dem Paketempfang. Ich bin tagsüber selten zuhause und mit den Leuten hier im Haus bin ich selbst nach 10 Jahren noch nicht so gut bekannt, daß ich sie mit meinen doch relativ häufigen Postsendungen belästigen möchte.

Weiters hab ich mir die Westbahn-App draufgeschafft, die ist echt super. Da geb ich ein was ich für eine Fahrkarte möchte, und im Zug zeige ich dann einfach das Handy vor und der Zugbegleiter entwertet das irgendwie und erst dann wird das Geld dafür auch abgebucht. Ich frag mich zwar, wie das gehen soll wenn das WLAN im Zug grad mal wieder nicht funktioniert, was leider oft der Fall ist - muß dann wieder mein armes Guthaben herhalten, oder es rennt gleich garnix und ich bin ein Schwarzfahrer???

So eine Papierfahrkarte die hat man halt, und wenn sie weg ist dann kann man sie immerhin nochmal ausdrucken. Obwohl ... ich erinnere mich mit Grausen wie ich damals in Wien einmal die Fahrkarten habe im Hotel liegenlassen weil ich dachte ich tu sie aus dem Tagebuch raus, an einen SICHEREN Platz.

Am Bahnhof, kurz bevor der Zug nach Innsbruck kam, schau ich nochmal ins Tagebuch ... Fahrkarten weg. PANIK. Wo hab ich die hin? Scheiße, am Bett liegenlassen! WAAAAAAAAAAAAH!!! Und nicht bemerkt beim letzten Blick zurück, da Bett weiß und zusammengefaltete Fahrkarten auch weiß ...

Das war eine Rennerei bis ich ein Internet-Café gefunden hatte, Gusti derweil mit dem Gepäck am Bahnhof gestanden und gebibbert ... und grad im letzten Moment für den letzten 'vernünftigen' Zug kam der Ev mit den neu ausgedruckten Fahrkarten über den Europaplatz gehetzt ... na das gab dann aber erstmal einen schönen Schlumberger aus dem Bistro und Gusti meinte erleichtert: Nur gut, daß MIR das nicht passiert ist!

Meine Mutter hatte sich schon Sorgen gemacht, da man uns natürlich eher erwartet hatte, sie und mein Bruder haben uns in Seefeld oben nämlich am Bahnhof abgeholt, sind zu jedem ankommenden Zug geeilt in dem wir dann wieder NICHT drinsaßen, und nur gut, daß sie eh vor Ort waren, sonst hätten wir ein Problem gehabt. Die Rezeption unseres Appartementhauses war nämlich bereits geschlossen, und wenn meine Mutter sich nicht um unsere Schlüssel gekümmert hätte ... wir hätten ja nicht einmal anrufen können und unserer verspätete Ankunft mitteilen, ohne Handy. Und Zugtelefon gibt es ja schon lange keins mehr, abgesehen davon, daß ich die Nummer auch nicht auswendig gewußt hätte.

An dieser Stelle möchte ich auch wieder einmal anmerken, daß die Mitarbeiter der ÖBB echt totale Ungustln sind. Was ich mit denen schon erlebt habe, und dieses Mal haben sie sich echt selber übertroffen: Natürlich bin ich als erstes zum Schalter, habe mein Malheur geschildert und erwartet, daß der Mann dort sagt: Na, dann gehen Sie her, dann drucken wir das Ticket halt nochmal aus. Das wäre natürlich zu einfach gewesen, nein, man schickte mich rüber zur Information. Dort ewig angestanden, Zeit vergeudet, nur um von dem Angestellten dort zu hören zu bekommen: Internet homma kans, do kennan mia nix mochn. Auf meine Frage hin, was ich denn nun tun solle, kam ein lapidares: No, da miassen'S hoit a neiche Foakoatn kaufn.

JA FREILICH DU SUPERWAPPLER!!!

Seither habe ich wieder eine deutsche Bahncard damit ich mit diesen Leuten sowenig Berührungspunkte wie möglich habe.
Und natürlich meine Westbahn-App. Yeah!

Sonntag, 13. August 2017

Miranda suadad über den Nichtraucherschutz




 
Der Nichtraucherschutz ist mittlerweile in aller Munde, aber wie schaut's eigentlich aus mit dem Nichtautofahrerschutz? 

Waaaaaaaaaaah, da hör ich empörte Aufschreie, was? Aber warum eigentlich? Schließlich ist so ein Auto viel größer als eine Zigarette und macht auch viel mehr Dreck. Liegt es vielleicht daran, daß viel mehr Leute Auto fahren als rauchen? Oder viel mehr Leute dran verdienen?

Seien wir doch mal ehrlich ihr verlogene Bande, ihr pseudogrünes Pack, ihr gemeinsam Grünkernlaberln kochende Spieleabendewichtel: Es geht doch beim Rauchverbot schon lange nicht mehr um den Nichtraucherschutz, wenn es das je getan hat. Schon lange wird nicht lediglich in öffentlichen Gebäuden wie Ämtern und Restaurants militant der Verzicht auf den Glimmstengel (bewußt mit e geschrieben) gefordert, nein, es darf mittlerweile auch an der sogenannten frischen Luft nicht mehr unbehelligt dem geliebten Laster gefrönt werden während ebensolche (Huhu Wortspiel) ungestört und bestialisch stinkend vorbeidonnern (wenn man Glück hat).

Nicht einmal im eigenen Heim darf man sich entspannt mit dem Tschik im Mundwinkel zurücklehnen, nein, Lucky Luke wird nicht nur im Film sondern sogar im eigenen Wohnzimmer gnadenlos entmannt.

Das Entsetzen der Vermieter 'WAS, Sie sind Raucher???' wird kaum mehr übertroffen von 'WAS? Sie sind vorbestrafter Pädophiler???' und rangiert mittlerweile weit, weit vor 'WAS, Sie sind arbeitslos???' weil da immerhin das Amt die Wohnung zahlt und Geld stinkt bekanntlich nicht.

Warum wird keiner jemals entsetzt gefragt: 'WAS, Sie sind Autofahrer???' Auch nicht in Großstädten, wo es an jedem Eck einen Supermarkt gibt wenn nicht gar zwei oder drei und kein Mensch mit dem Auto zum Einkaufen fahren müßte und die, die es dennoch machen, mehr Zeit mit der Suche nach einem Parkplatz vertun als die ganze Einkauferei zu Fuß gedauert hätte und dabei mehr Geld für Sprit verbrauchen als der gesamte Einkauf für die dreiköpfige Familie sonst gekostet hätte.

Fragen wir uns also: Was soll der Blödsinn? Wer steckt dahinter, wer hat einen Nutzen davon, und vor allem: Warum machen wir das alles so bereitwillig mit?

Samstag, 5. August 2017

So jetzt bin ich aber grantig!

Wer kennt das nicht: Man hat sich was online bestellt, das Paket wird gebracht, aber man ist als vielbeschäftiger Mensch natürlich nicht zuhause. Nun wird das Paket entweder bei Nachbarn abgegeben, was mir persönlich unangenehm ist, da ich zu niemandem im Haus ein so gutes Verhältnis habe, daß ich die-/denjenigen gerne abends noch rausklingle.

Oder aber die Sendung wird im Postamt abgegeben, das bedeutet man muß an einem Abend sein Fitneß sausen lassen damit man rechtzeitig hinkommt bevor die zumachen.

Die Lösung erscheint einfach: Laßt eure Sachen doch einfach an die Packstation schicken.

Tolle Idee, hab ich auch gemacht, hat prima funktioniert, alle waren glücklich.

Bis eines Tages die Nachricht kam, man könne seine Packerln jetzt nicht mehr einfach mit Goldcard und Kennwort abholen, es wäre oftmals zu Mißbrauch gekommen, man müsse sich nunmehr dafür eine TAN-Nummer aufs Handy senden lassen. Weil das sicherer wäre. HAAAAAAAAAAAA HAAAAAAAAAAAA HAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!

Hab ich mich in früheren Blogs schon ausgiebig erbost über diese dumme Begründung, aber ok, was will man machen, die sind stärker. Eine deutsche Mobilfunknummer ist nach wie vor zwingende Voraussetzung für die Benutzung der Packstation. Mit einem österreichischen Handy ginge also auch nix.

Habe mich also damit abgefunden: Wieder entweder Nachbarn belästigen oder zum Postamt, je nachdem wie es der Paketbote einrichtet.

Nun bekomme ich diese Woche einen Benachrichtigungszettel, auf dem steht, daß eine Sendung für mich in der Packstation läge. Meine Reaktion: HÄ???
Bin also gestern aufs Postamt marschiert und hab dem Mann dort den Zettel hingehalten: Das kann aber nicht sein, man hat mir doch mitgeteilt ich könne die Packstation nicht mehr nutzen, weil ich kein Handy habe!
Der Mann so: Doch doch, da gehen Sie einfach hin mit der Karte und machen alles wie es auf dem Bedienfeld erscheint, da müssen Sie dann Ihren Strichcode scannen ...

Ich so: Garblmnx ... aber ok, bin raus, hab das so gemacht wie es auf dem Bedienfeld angeordnet wurde, hat eine Weile gedauert bis ich rauskriegte wo genau man die Karte hinhalten muß bis der Code gescannt werden konnte ... ja und es hat geklappt.
Ohne Handy.

Da steigt in mir doch gleich wieder bitterster Grant auf.

Wenn ICH die Packstation nutzen möchte weil es für mich einfacher und bequemer ist, dann heißt es: Nö. Du nicht. Du hast ja kein Handy, bist somit kein gültiger Mensch. Wer weiß, ob es dich überhaupt gibt. Nee nee, du darfst da nicht mitmachen. Is nur für Appdeppen. Geschlossene Veranstaltung. Du kommsch da ned rein!

Wenn es aber für DHL einfacher und bequemer ist, mir ein Packerl in die Packstation zu legen, DANN geht es aber auf einmal doch ohne Handy. Witzig, oder?

Eigentlich sollte ich die Wappler klagen weil sie meine Sachen einfach in ihre ach so unsichere Packstation geben, wo es dort doch soviel Mißbrauch geben kann wenn die Abholung nicht ordnungsgemäß mit dem Handy erfolgt! *augenroll*